Geschichte und Traditionen

Cagliari ist eine Stadt voller Geschichte. Von den Phöniziern um 700 v.Chr. mit dem Namen Karalis gegründet, diente sie vor allem als Stützpunkt zur Versorgung der phönizischen Flotte.

Wie die archäologischen Ausgrabungen in der Nekropole „Tuvixeddu" beweisen, waren es die Karthager, die sich im 5. Jh. v. Chr. der Region um Cagliari bemächtigten. Als wichtigste Stadt der Insel ging das Kommando der Stadt 238 v.Chr. im Verlauf der punischen Kriege an das Römische Reich. Später teilte man die Insel in vier Amtsbereiche, sog. Judikate auf, in denen jeweils ein Richter die höchste staatliche Gewalt besaß. Cagliari wurde Hauptstadt der vier Amtsbereiche und die vier Mohren, die die vier Richter symbolisieren, wurden zum Insignium von Sardinien. Die vielen sarazenischen Angriffe wurden mit Hilfe der Seemächte Pisa und Genua abgewährt, die sich im Laufe der Geschichte selbst der Stadt bemächtigten und begannen den städtischen Hügel „Castello" zu bebauen. Im 13. Jahrhundert n.Chr. waren es die Aragonier, die Cagliari zu einer Festung im katalanischen Stil ausbauten. Die nachfolgende feudale Herrschaft von Piemont - Savoyen (ab 1720) war zwar von vielen Volksaufständen geprägt, trotzdem wurde Cagliari zur Residenz des Königs bestimmt. Mit der Einheit Italiens wurde das Königreich aufgelöst und Sardinien zur Region ernannt. Im zweiten Weltkrieg diente die Insel als strategische Basis im Mittelmeer und Cagliari wurde bei den Bombardierungen der Alliierten zu 80% dem Erdboden gleich gemacht. Einige dieser Zerstörungen sind bis heute im Zentrum sichtbar. 1948 wurde Cagliari offiziell zur Hauptstadt von Sardinien erklärt.
Über das Jahr hinweg werden in der Stadt viele traditionelle und religiöse Feste von besonderem Flair und großer Faszination begangen. Sie bieten nicht nur eine tolle Gelegenheit um die bunten Kostüme der Einwohner zu bewundern, sondern auch um ihre antiken Bräuche und hundertjährigen Traditionen und damit die Geschichte der Insel kennen zulernen.